Seit dem 19. März 2026 ist sie draußen: die neue ICAO-Karte Deutschland, Ausgabe 2026. Wer jetzt denkt „ach, jedes Jahr das gleiche" – diesmal lohnt ein zweiter Blick wirklich. Denn die DFS hat nicht nur Luftraumgrenzen aktualisiert, sondern gleich das ganze Kartenbild überarbeitet. Einiges davon macht das Leben als VFR-Pilot tatsächlich leichter.

Unbefestigte Pisten sind wieder gut erkennbar

Das klingt nach Kleinigkeit, ist aber praktisch relevant: Unbefestigte Pisten werden jetzt wieder hell hinterlegt dargestellt. In der Vorjahresausgabe fehlte das – wer auf Grasbahnen unterwegs ist, hat das vermisst. Jetzt fällt auf dem Kartenbild sofort auf, ob man einen asphaltierten Platz oder eine Rasenbahn vor sich hat.

Militärische Tieffluggebiete sind zurück

Das ist die große Neuigkeit, die viele überraschen dürfte: Low Flying Areas (LFAs) tauchen auf der ICAO-Karte wieder auf – zum ersten Mal seit der Ausgabe 2009. Seitdem waren sie weg, und wer tief durch Mittelgebirgslagen fliegt, musste sich anderweitig informieren. Jetzt sind diese Gebiete wieder vollständig auf allen Kartenblättern eingezeichnet. Gerade für Streckenflüge auf niedriger Höhe ist das eine echte Verbesserung – man sieht auf einen Blick, wo Militärjets regelmäßig tieffliegend unterwegs sind.

Einheitliches Design mit europäischen Nachbarkarten

Optisch nähert sich die neue Ausgabe dem Design der V500-Karten an, die für andere europäische Länder üblich sind – und das ist gut so. Wer grenzüberschreitend fliegt und für Frankreich, Österreich oder die Schweiz andere Kartenserien nutzt, muss sich nicht mehr an komplett verschiedene Darstellungskonventionen gewöhnen. Topografie, Farbgebung und Symbole sind jetzt konsistenter. Kleine Sache, große Wirkung bei langen Strecken.

Segelflieger: Konsequent metrisch

Die Segelflugausgabe kommt 2026 erstmals vollständig metrisch. Alle Höhenangaben – Hindernisse, Geländehöhen, Lufträume, Segelflugsektoren – sind nur noch in Metern. Keine Umrechnerei mehr. Für Segelflugpiloten, die eh metrisch denken, eine Erleichterung. Für alle anderen: Die Motorflugausgabe bleibt natürlich in Fuß/FL.

Und natürlich: die üblichen Luftraumänderungen

Parallel zur neuen Karte traten am 19. März auch die bereits angekündigten Luftraumänderungen in Kraft – TMZ-Anpassungen in Erfurt und Leipzig, ein erweiterter Luftraum C bei Frankfurt südlich des Ried VOR, neue Flugbeschränkungsgebiete (ED-R 18 bis ED-R 29). All das ist in der neuen Karte natürlich eingearbeitet.

Mein Fazit: Die alte Karte kommt jetzt wirklich weg

Es gibt Jahrgänge, bei denen ich mit der Vorgängerausgabe noch ein paar Wochen weitergeflogen bin, weil sich gefühlt nichts geändert hat. Die 2026er ist ein echter Schnitt – neue Darstellung, neue LFAs, neue Lufträume. Wer noch die 2025er an Bord hat, sollte die wirklich auswechseln. Das gilt umso mehr, wenn man in die Nähe von Frankfurt, Leipzig oder Erfurt fliegt, oder regelmäßig in niedrigen Höhenlagen unterwegs ist.

Die Karte gibt es gedruckt im Fachhandel (z.B. bei Eisenschmidt) oder als digitale Version in den gängigen EFB-Apps – die meisten haben das Update inzwischen eingespielt.


Quellen: