Vier Tage Friedrichshafen, 860 Aussteller aus 50 Nationen, 35 Flugzeuge auf dem Static Display – die AERO 2026 war nach eigenen Angaben die größte ihrer Geschichte. Hier ist, was für uns Privatpiloten tatsächlich relevant ist.

Rekord auf ganzer Linie

Schon zur Eröffnung am Mittwoch war klar: das wird kein gewöhnliches Jahr. Gegenüber der ohnehin starken AERO 2025 legten die Ausstellerzahlen nochmal um rund 100 zu, und die Voranmeldungen von Besuchern lagen laut Veranstalter 30 Prozent über dem Vorjahr. Ob das am Ende in realen Besucherzahlen widerspiegelt, wird der Abschlussbericht zeigen – aber die Stimmung auf dem Gelände war jedenfalls gut.

Neue Flugzeuge: Das Interessanteste aus GA-Sicht

Das meistdiskutierte Flugzeug auf dem Medientag war ohne Zweifel die Kaelin Aero B100C. Das Friedrichshafener Startup – gegründet von Dominik und Sandra Kälin, die ursprünglich als OEM-Zulieferer starteten – hat jetzt ein eigenes Flugzeug: einen Tandem-Zweisitzer als Trainer, konzipiert von Anfang (ab initio) bis zu fortgeschrittenen Ratings. Technik: direktes Steuerungssystem, hinten vollausgerüsteter Lehrerplatz, MT-Dreiblattpropeller – der Antrieb ist noch nicht endgültig festgelegt. Ziel-Reisegeschwindigkeit 160 Knoten. Die Maschine soll zunächst als EASA-UL mit 600 kg MTOW zertifiziert werden; ein MOSAIC-Upgrade auf ca. 771 kg ist geplant. Typenzulassung bis Ende 2026, erste Auslieferungen im Frühjahr 2027 – wenn alles klappt.

AURA AERO hat auf der AERO die erste feste Bestellung für den elektrischen Trainer Integral S verkündet: Abnehmer ist der tschechische Betreiber OK Aviation. Ein weiteres Zeichen, dass das Thema Elektroausbildung in Europa konkret wird.

Wer eher in Richtung Rotorcraft schaut: Evocopter GmbH hat mit dem ClassiX einen neuen UL-Hubschrauber vorgestellt – und das Ding hat bereits die deutsche Musterzulassung, bemerkenswert schnell für ein neues Projekt. Dazu gab’s Erstauftritte des Daher TBM 980 und Kodiak 900 außerhalb der USA, und die Piaggio Avanti NX zeigte mal wieder, dass manche Designs einfach zeitlos gut aussehen.

Avionik: Garmin bringt die Uhr ums Handgelenk

Garmin hat in Friedrichshafen die nach eigenen Angaben erste Pilotenchronograph mit echter Satellitenverbindung vorgestellt. Das klingt nach Gadget, ist aber für viele von uns, die eine Fliegeruhr als verlässlichen Backup betrachten, tatsächlich interessant. Wer die genauen Specs will, schaut am besten direkt bei Aerokurier vorbei – die haben den Stand ausführlich dokumentiert.

Wasserstoff, Batterie, SAF: Die Engine Area

Der Hydrogen & Battery Summit (21.–22. April, also vor der eigentlichen Messe) war ein eigener Block für die Leute, die wirklich tief ins Thema wollen. In der Engine Area auf der Messe selbst liefen Motoren mit Diesel, Kerosin und SAF-Mischungen. Für den Alltag in der GA bleibt AVGAS 100LL noch bis 2032 in Europa erlaubt – an dieser Linie hat sich nichts geändert. Aber die Richtung ist klar.

Airshow am Samstag

Der erweiterte Airshow-Slot (11:30–13:30 Uhr) am letzten Messetag hatte Flying Bones, Stefan Niebergall und die Flying Bulls BO-105 im Programm. Das ist definitiv das, was sich lohnt anzuschauen, wenn man selbst in Friedrichshafen war.

Awards

Die fliegermagazin Awards wurden am Donnerstagabend in elf Kategorien vergeben – die genauen Gewinner listet fliegermagazin.de auf. Beim aerokurier Innovation Award (Leserwahl) gewann in der Motorenkategorie der Rotax 916 H2 von Bosch Aviation Technologies mit 60 Prozent der Stimmen klar. Im Segelflug setzte sich die Schempp-Hirth Ventus 3E durch.

Fazit

Die AERO 2026 war eine gute Messe – inhaltlich breiter als viele Ausgaben davor, mit spürbarer Energie auch im GA-Bereich. Wer dieses Jahr nicht dabei war: AERO 2028 steht schon im Kalender.


Quellen: aero-expo.com · avbrief.com – Kaelin Aero B100C · AOPA – Highlights from Aero Friedrichshafen 2026 · aerokurier Innovation Award 2026 · fliegermagazin Awards 2026