Update (1. September 2026): Das Gebiet ist aufgehoben. Die ED-R Ottobeuren ist am 31. August 2026 planmäßig ausgelaufen – eine dritte Verlängerung gab es nicht. NOTAM B0592/26 endete am 31.08. um 02:00 UTC; der Luftraum über dem Allgäu ist damit wieder frei. Zur Historie: ursprünglich bis 30. Juni befristet (NfL 2026-1-3782), per NfL 2026-1-3952 bis 31. Juli und schließlich per NOTAM B0592/26 bis 31. August verlängert. Die Laserversuche der Sternwarte sind ein wiederkehrendes Saisonthema – mit einer Neuauflage 2027 ist zu rechnen, wer in der Region fliegt, sollte die NOTAM-Lage im Frühjahr im Blick behalten.

Vom 1. April bis zum 31. August 2026 war das Flugbeschränkungsgebiet ED-R Ottobeuren aktiv – und das hatte es in sich. Der folgende Text dokumentiert die Lage während der aktiven Phase.

Was war gesperrt?

Rund um die Allgäuer Volkssternwarte in Ottobeuren (Koordinaten 47°55'44"N 010°17'13"E) galt ein Flugbeschränkungsgebiet mit einem Radius von 8 NM – das sind knapp 15 Kilometer. Die vertikale Ausdehnung: GND bis FL 500. Ja, richtig gelesen. Vom Boden bis in 50.000 Fuß. Das ist kein Tippfehler, sondern hat einen guten Grund: Laser.

Warum Laser?

Die Allgäuer Volkssternwarte Ottobeuren (AVSO) betreibt eine der wenigen Stationen in Deutschland, an denen Laserversuche zur Satellitenbeobachtung durchgeführt werden. Dabei werden leistungsstarke Laserstrahlen in den Himmel geschickt – unter anderem für sogenannte Laser Guide Stars, die eine künstliche Referenz in etwa 90 km Höhe erzeugen. Damit lassen sich atmosphärische Störungen kompensieren und die Bildqualität von Teleskopen deutlich verbessern. Die ESO (European Southern Observatory) hat hier in der Vergangenheit bereits Systeme mit 20-Watt-Lasern bei 589 nm Wellenlänge getestet.

Für uns Piloten heißt das: Ein Laserstrahl mit dieser Leistung ist nicht nur ein Augenschmaus am Nachthimmel, sondern potenziell gefährlich für jeden, der sich im Strahlbereich aufhält. Deshalb die großzügige Sperrung bis FL 500.

Wann war das Gebiet aktiv?

Die ED-R Ottobeuren war täglich von 19:30 bis 02:00 UTC aktiv – das entsprach 21:30 bis 04:00 Uhr Ortszeit (MESZ). Ursprünglich war die Aktivierung bis zum 30. Juni 2026 befristet (NfL 2026-1-3782); per Änderungsbekanntmachung NfL 2026-1-3952 wurde sie zunächst bis zum 31. Juli und schließlich per NOTAM B0592/26 bis zum 31. August 2026 verlängert. Wer die Region kennt: Das war Teil der bundesweiten ED-R-Neuordnung 2026, auch wenn Ottobeuren als saisonales Laser-Gebiet eine eigene Bekanntmachung hatte.

Wichtig war dabei: Das Gebiet war nicht zwangsläufig rund um die Uhr „scharf". Die tatsächliche Aktivierung hing davon ab, ob Laserversuche stattfanden. Laut der Bekanntmachung konnten Durchflüge genehmigt werden, wenn gerade keine Laseroperationen liefen.

Wen betraf das?

Direkt betroffen waren VFR-Piloten, die abends oder nachts in Südbayern unterwegs waren. Der 8-NM-Radius erfasste ein ordentliches Stück Allgäu südlich von Memmingen. Wer von EDJA (Memmingen) Richtung Süden flog oder aus Richtung Kempten kam, musste die Sperrung fünf Monate lang auf dem Schirm haben.

Was während der aktiven Phase galt

  1. NOTAMs prüfen: Vor jedem Flug in der Region die aktuelle NOTAM-Lage checken – am besten über den DFS AIS-Dienst oder die bevorzugte Briefing-App.
  2. Karte anschauen: Den Kreis um Ottobeuren auf der Karte eintragen. 8 NM Radius um 47°55'44"N 010°17'13"E – das reichte fast bis Memmingen.
  3. Ausweichen: Wer abends Richtung Allgäu wollte, plante am besten nördlich an der Sperrzone vorbei oder startete früh genug, um vor 19:30 UTC durch zu sein.
  4. Kontakt aufnehmen: Bei Unsicherheit München Information (FIS) kontaktieren.

Diese Punkte bleiben als Muster nützlich – sie gelten sinngemäß für jedes zeitlich befristete Flugbeschränkungsgebiet.

Fazit

Ein Flugbeschränkungsgebiet wegen Laserversuchen klingt erstmal exotisch – ist aber ein wiederkehrendes Thema in Ottobeuren. Die Sternwarte führt diese Versuche regelmäßig durch, und die ED-R wird turnusmäßig aktiviert; 2026 wurde die Saison gleich zweimal verlängert. Es spricht wenig dagegen, dass das Gebiet 2027 wiederkommt. Wer in Südbayern fliegt: Augen auf bei der Flugvorbereitung im Frühjahr – und lasst den Laser den Wissenschaftlern.


Quellen: