Heute geht’s los: Seit dem heutigen Donnerstag, dem 16. April 2026, ist der erweiterte Probebetrieb des Frequency Monitoring Code (FMC) in der FIR Langen aktiv – und zwar gleich in vier FIS-Sektoren statt bisher nur einem. Bis zum 29. Oktober 2026 könnt ihr euch auf den FIS-Frequenzen “anmelden, ohne anzumelden”. Klingt komisch, ist aber genau das Verfahren, das den Sprechfunk in den Sommermonaten endlich wieder atmen lassen soll.
Worum geht’s beim FMC?
Wer kennt das nicht: An einem schönen VFR-Tag knallt die FIS-Frequenz vor lauter Erstmeldungen, Höhenangaben und Routenbeschreibungen aus den Boxen. Der FIS-Lotse kommt kaum noch hinterher. Mit dem FMC dreht ihr den Spieß um – ihr stellt den passenden Squawk und hört einfach mit. Damit signalisiert ihr der Flugsicherung: “Ich bin auf eurer Frequenz, ihr erreicht mich, falls was wichtig wird – aber ich bombardiere euch nicht mit einer Erstmeldung.” Wer Verkehrsinformationen oder einen aktiven FIS-Service braucht, meldet sich weiterhin ganz normal.
Die DFS hat das Verfahren 2025 in Saarbrücken getestet – mit positivem Echo. Viele Piloten haben mitgemacht, die Frequenz wurde spürbar entlastet. Folgerichtig wird der Versuch jetzt auf drei weitere Sektoren ausgeweitet.
Die vier Codes auf einen Blick
| Sektor | FMC-Code | FIS-Frequenz |
|---|---|---|
| Saarbrücken | 3701 | 123,525 MHz |
| Stuttgart | 3702 | 128,950 MHz |
| Frankfurt | 3703 | 119,150 MHz |
| Düsseldorf | 4462 | 129,875 MHz |
Merkhilfe: Die ersten drei laufen schön sauber durch (3701/02/03), Düsseldorf tanzt mit 4462 aus der Reihe. Wer das bei der Flugplanung übersieht, meldet sich am Ende doch wieder per Funk – und das war ja gerade nicht der Plan.
Voraussetzungen und Limits
Was ihr im Cockpit braucht, ist überschaubar: einen Mode-S-Transponder mit Höhenübertragung und ein funktionierendes Funkgerät. Wichtig: Unterhalb von rund 3.000 ft MSL ist die Sekundärradar-Abdeckung in vielen Bereichen lückenhaft – tief in den Tälern bringt der FMC also wenig. Der Probebetrieb gilt nur tagsüber (30 Minuten vor Sonnenaufgang bis 30 Minuten nach Sonnenuntergang, frühestens 06:00 und längstens 22:00 LT).
Beim Verlassen des Sektors oder am Ende eures Mithörens zurück auf Squawk 7000 – sonst wundert sich der nächste Lotse, warum ihr scheinbar im FMC seid, aber gar nicht mehr zuhört.
Was der FMC nicht ist
Drei Klarstellungen, die immer wieder untergehen:
- Kein Anspruch auf FIS-Service. Wenn der Lotse euch ruft, ist das nett – Pflicht ist es aber nicht.
- Kein Ersatz für Sehen-und-Gesehen-Werden. Die Kollisionsvermeidung bleibt zu 100 % beim Piloten.
- Keine Freigabe in kontrollierten Luftraum. Der FMC ersetzt weder einen Funkkontakt zur Kontrollstelle noch eine Clearance.
Und: Es gibt keinen Alarmierungsdienst. Wenn ihr in eine Notlage geratet, müsst ihr aktiv funken – idealerweise mit dem passenden Notfallcode (siehe unseren Squawk-Codes-Artikel).
Mein Eindruck
Wer letzten Sommer in Saarbrücken unterwegs war, weiß, wie angenehm leise die Frequenz an manchen Tagen plötzlich war. Wenn sich das Verfahren jetzt auch über Frankfurt, Stuttgart und Düsseldorf etabliert, ist das ein echter Gewinn – sowohl für die FIS-Lotsen als auch für uns Piloten, die endlich wieder durchkommen, wenn wir tatsächlich was zu sagen haben. Die einzige Hürde: Wir müssen es konsequent nutzen. Also: Code raussuchen, einstellen, mithören. Halbe Stunde später wisst ihr, wer da gerade in eurer Ecke unterwegs ist – und der Lotse weiß es auch.
Quellen:
