Die AERO in Friedrichshafen ist unser Heimspiel – das war klar. Aber die ILA? Klingt nach Rüstungsschau, Eurofighter und Lobbyisten in grauen Anzügen. Das stimmt auch zur Hälfte. Zur anderen Hälfte ist die ILA Berlin vom 10. bis 14. Juni 2026 am BER aber durchaus einen Tagesausflug wert – wenn man weiß, wonach man sucht.

Was die ILA eigentlich ist

Die ILA (International Luft- und Raumfahrtausstellung) gehört zu den ältesten Luftfahrtmessen der Welt – gegründet 1909 – und findet seit 2012 am Flughafen BER in Schönefeld statt. Das Berlin ExpoCenter Airport liegt quasi auf dem Rollfeld: Die Flugzeuge auf dem Static Display stehen buchstäblich auf dem Vorfeld.

Der Schwerpunkt liegt klar auf Militär, Raumfahrt und kommerzieller Luftfahrt. Airbus, Diehl, Rheinmetall, Rolls-Royce – das ist das Stammpublikum. Aber es gibt einen eigenen GA-Bereich mit Hubschraubern und Kleinflugzeugen, und die Behörden, die unsere Welt regulieren, sind fast alle vertreten: DFS, EASA, LBA und in der Regel auch die AOPA Deutschland.

Für Privatpiloten interessant: Der GA-Bereich und die Behörden

Der General-Aviation-Bereich ist kleiner als auf der AERO, aber er existiert. Wer auf der Suche nach dem nächsten Flieger ist oder sich über Advanced Air Mobility – also eVTOLs, elektrische Antriebe, Drohnen-Ökosysteme – informieren möchte, findet hier Exponate abseits des klassischen Airshow-Spektakels.

Mindestens so interessant für uns: die regulatorischen Stände. Auf der ILA kann man mit EASA-Leuten reden, DFS-Mitarbeitern Fragen zum FMC stellen oder beim LBA nachbohren, was sich in der Lizenzierungslandschaft tut. Das ist auf der AERO in Friedrichshafen genauso möglich – aber die ILA hat den Vorteil, dass es weniger überlaufen ist und die Gesprächsbereitschaft bei Behörden erfahrungsgemäß etwas größer ist.

Die Flying Displays – das öffentliche Highlight

Fachbesucher kommen vom 10. bis 12. Juni. Wer kein Akkreditierungsschreiben einer Firma vorweisen will oder kann, muss bis zu den Publikumstagen am Samstag, 13. und Sonntag, 14. Juni warten – und das ist kein Nachteil. Die Flying Displays sind dann in vollem Gang. Auf der ILA fliegen regelmäßig Eurofighter, A400M, Kunstflugteams und historische Maschinen. Für die 2026er-Ausgabe sind die Details noch nicht final publiziert, aber das Format ist seit Jahren stabil.

Tickets für die Publikumstage gibt es auf der ILA-Website – Preise für 2026 waren zuletzt noch nicht offiziell bestätigt, werden sich aber im üblichen Rahmen der Vorjahre bewegen (ca. 18–25 € Tageskarte).

Wie kommt man hin – und warum nicht mit dem Eigenflieger

Kurze Antwort: Nicht per Eigenflieger. BER ist Bundeshauptstadt-Flughafen mit kontrolliertem Luftraum und Slot-Pflicht für kommerzielle Operationen; der GA-Traffic ist dort zu Messezeiten entsprechend unerwünscht. Wer aus der Region kommt, parkt das Flugzeug lieber in Strausberg (EDAY) oder Schönhagen (EDAZ) und reist mit dem Zug weiter.

Mit der S-Bahn ist das kein Problem: S9 und S45 halten direkt am Flughafen BER Terminal 1–2, von Berlin-Mitte rund 30 Minuten. Aus Richtung Cottbus oder Dresden bietet sich der RE7 an. Wer mit dem Auto kommt: Parkplätze am Messegelände sind begrenzt und werden zur Messe teurer – Shuttle-Busse aus Park-and-Ride-Bereichen sind die entspanntere Variante.

Lohnt es sich?

Wenn du eh in Berlin bist oder im Umkreis von zwei Stunden wohnst: ja, ein Publikumstag lohnt sich. Die Airshow allein ist spektakulär, der GA-Bereich überschaubar aber vorhanden, und die Möglichkeit, mit Behörden und Industrie direkt zu reden, ist für Piloten, die mehr als nur fliegen wollen, real. Wer eine Tagesreise aus Bayern oder dem Ruhrgebiet plant nur wegen der GA-Exponate: Da wäre die AERO Friedrichshafen die bessere Wahl.

Ich werde voraussichtlich am Samstag, 14. Juni, vor Ort sein – wer von euch auch hingeht, gerne melden.


Quellen: ILA Berlin 2026 – Offizielle Website · ILA Berlin 2026 beim BER · Plan Your Visit – ILA Berlin