Vom 2. bis 15. August 2026 wird der Verkehrslandeplatz Aalen-Elchingen (EDPA) zur Bühne für die 14. FAI Junior World Gliding Championships – kurz JWGC 2026. Rund 80 Pilotinnen und Piloten unter 25 Jahren aus mehr als 20 Nationen kämpfen in der Standard- und Clubklasse um den WM-Titel. Mit Support-Crews, Schleppfliegern und Offiziellentrubel rechnen die Organisatoren mit insgesamt etwa 450 Personen vor Ort. Kurz gesagt: Der kleine Flugplatz auf der Ostalb bekommt für zwei Wochen WM-Format.

Für uns Motorpiloten und VFR-Flieger ist das aus mehreren Gründen interessant.

Wer steckt dahinter?

Der Luftsportring Aalen e.V. hat die WM 2024 gegen Mitbewerber aus Slowenien und Frankreich gewonnen – FAI-Beschluss in Toulouse, März 2024. Projekt­leiter Bernd Schmid und Tilo Holighaus (selbst international erfolgreicher Segelflugpilot) stehen hinter der Organisation. Dass Elchingen das schafft, überrascht Insider wenig: Der Flugplatz hat eine jahrzehntelange Tradition als Segelflugbasis und hat 2024 mit dem AERO Fly-In „Future meets History" schon bewiesen, dass man internationale Gäste empfangen kann.

Der Flugplatz selbst feierte 2024 sein 70-jähriges Bestehen – die ersten Flüge vom Heidefeld südlich Elchingens gab es 1954, gegründet hatte sich der Luftsportring Aalen bereits 1951.

Der Topfavorit kommt aus Großbritannien

Einer der meistbeachteten Starter ist Tom Arscott aus dem Vereinigten Königreich. Der Brite gewann 2023 in Narromine (Australien) den Weltmeistertitel in der Standardklasse und gilt als einer der stärksten Nachwuchspiloten weltweit. Bei der WM in Tábor 2025 wurde er Zweiter in der 15-Meter-Klasse – die Form stimmt also. Wer Segelflug auf WM-Niveau live erleben will, sollte sich Arscotts Startzeiten merken.

Leihflieger dringend gesucht

Nicht jeder Juniorpilot aus Argentinien, Australien oder Südafrika reist mit eigenem Segelflugzeug an – wer soll auch einen Ventus nach Europa verladen? Deshalb suchen die Veranstalter aktiv Halter von Standard- und Clubklasse-Flugzeugen, die ihre Maschinen im August als Charter zur Verfügung stellen. Der BWLV hat den Aufruf bereits weitergegeben: 12.000 registrierte Segelflugzeuge in Deutschland – da sollte sich was finden lassen. Wer sein Flugzeug für zwei Wochen zur WM beisteuern möchte, meldet sich direkt beim Veranstalter: cd@jwgc2026.org.

Das bedeutet auch: Wer selbst Rückholmannschaft spielen möchte (also mit dem Zugfahrzeug und Anhänger ausgestaut ist und gerne auf Außenlandefeld-Abenteuer geht), darf sich ebenfalls melden. Solche Helfer sind bei jeder Segelflug-WM Gold wert.

Was bedeutet das für den Platzverkehr?

EDPA ist ein öffentlicher Verkehrslandeplatz und kein Sonderlandeplatz. Für PPR-pflichtige Einflüge lohnt ein Blick in die aktuelle AIP und NOTAMs ab Ende Juli – eine WM ohne temporäre Luftraumbeschränkung wäre ungewöhnlich. Erfahrungsgemäß werden Einflüge an Wettbewerbstagen koordiniert oder zeitlich eingeschränkt, wenn viele Segelflugzeuge im Aufwind-Kreisen den Platzraum füllen. Wer EDPA im August anfliegen will: vorher anrufen, Slot abklären, PPR-Status prüfen.

Gleichzeitig ist das WM-Gelände für Zuschauer zugänglich. Wer die Startlinie bei der Massenentlassung sehen möchte – 80 Segelflugzeuge innerhalb weniger Minuten in der Luft – sollte sich das nicht entgehen lassen. Das macht süchtig.

Mitverfolgen von zu Hause

Segelflugwettbewerbe laufen heute fast immer auf WeGlide oder dem offiziellen JWGC-Tracker live mit. Auf dem offiziellen YouTube-Kanal der Veranstaltung und über die JWGC-2026-Website wird es Livestreams und tägliche Rückblicke geben. Mehr Details dazu kommen erfahrungsgemäß näher am Event.


Quellen: DAeC – WM Segelflug der Junioren 2026 in Elchingen · WeGlide Magazine – Junioren-WM 2026 · BWLV – Segelflugzeuge gesucht · JWGC 2026 offizielle Website