RMZ und TMZ – zwei Abkürzungen, die im Briefing gern verwechselt werden. Beide betreffen Luftraumbereiche, in denen besondere Ausrüstungs- oder Verfahrenspflichten gelten. Aber was man konkret im Cockpit tun muss, ist komplett verschieden. Wer das durcheinander bringt, fliegt im besten Fall mit dem falschen Squawk-Code durch einen Luftraum – im schlechteren Fall ohne Funk durch einen, in dem er sich hätte melden müssen.
RMZ: Zuerst sprechen, dann fliegen
RMZ steht für Radio Mandatory Zone – eine Zone, in der du aktiv Funkkontakt aufnehmen musst, bevor du einfliegst. Kein Clearance ist nötig, aber ein vollständiger Initialruf auf der publizierten Frequenz ist Pflicht. Das sieht nach SERA und LuftVO so aus:
- Kennung der angerufenen Station (FIS, Tower oder Platz-Frequenz)
- Dein Rufzeichen und Luftfahrzeugtyp
- Position und Höhe
- Flugabsicht
Dann Hörbereitschaft für den gesamten Durchflug – und eine Abmeldung beim Verlassen der RMZ. Die Frequenz findest du auf der ICAO-Karte oder im AIP. Ein Transponder ist in einer reinen RMZ nicht zwingend Pflicht, es sei denn, andere Regelungen fordern ihn.
Typische RMZ-Situationen: Flugplatz-Umgebungen ohne Tower, Einflug in einen unkontrollierten Platzbereich mit Pflichtmeldegebiet. Auch wenn niemand antwortet – der Ruf zählt trotzdem, solange er dokumentiert ist.
TMZ: Squawk einstellen, Ohren auf, Mund zu
Die Transponder Mandatory Zone funktioniert anders. Hier musst du keinen Erstkontakt aufnehmen. Stattdessen:
- Spezifischen Squawk-Code der TMZ einstellen – der steht auf der ICAO-Karte und im AIP, ist TMZ-spezifisch und unterscheidet sich vom normalen VFR-Squawk 7000.
- Hörbereitschaft auf der publizierten TMZ-Frequenz herstellen – passiv, aber dauerhaft.
- Weder aktiver Initialruf noch Abmeldung erforderlich.
Wer keinen Transponder hat – etwa Segelflugzeuge oder ältere Motorsegel – fällt durch das TMZ-Netz und muss stattdessen die RMZ-Regeln einhalten. Die Zonen sind häufig identisch dimensioniert.
Wichtig: Der TMZ-Squawk ist kein Ersatz für 7000. Wer mit 7000 durch eine TMZ fliegt, ist zwar sichtbar, aber nicht regelkonform unterwegs.
Neu seit 19. März 2026: Erfurt und Leipzig
Mit den Luftraumänderungen vom 19. März 2026 wurden drei neue TMZ dauerhaft eingerichtet – alle als HX, also zeitlich nicht permanent aktiv, sondern entsprechend publizierter Zeiten:
- TMZ (HX) Erfurt – neu und dauerhaft eingerichtet
- TMZ (HX) Leipzig West – neu
- TMZ (HX) Leipzig Ost – neu
Zeitgleich entfiel die TMZ Memmingen. Wer in Mitteldeutschland VFR fliegt, muss also seine ICAO-Karte und Navigations-App aktuell halten. Dass diese Gebiete als HX markiert sind, bedeutet: Sie sind nicht immer aktiv – aber im Zweifel vor dem Flug per AIP oder NOTAM-Briefing prüfen, wann genau sie es sind.
Die häufigsten Fehler
Falscher Squawk in der TMZ ist der Klassiker – man hat 7000 noch drin und vergisst umzustellen. In der RMZ wird der Initialruf vergessen oder erst nach dem Einflug gemacht. Beides sind Luftraumverletzungen, auch wenn niemand aktiv nachfasst.
Noch häufiger: der Unterschied wird schlicht als akademisch abgetan. „Ich bin halt drin, keiner hat gemeckert." Das ist kein gutes Argument für das nächste Checkgespräch mit dem Prüfer – und erst recht nicht für ein Vorkommnis-Gespräch mit dem LBA.
Ein sauberer Pre-Flug-Check: Liegt meine Route durch eine RMZ oder TMZ? Frequenz und Squawk notieren. TMZ-Code rechtzeitig schalten, bevor die Zone beginnt.
Für den Kontext zur neuen Luftraumstruktur: Der Artikel Luftraumänderungen ab 19. März 2026 gibt den Gesamtüberblick, und wer den Transponder-Hintergrund vertiefen will, findet bei den Luftraumklassen A–G die passende Einordnung.
Quellen: DFS – Luftraummaßnahmen ab 19. März 2026 · Aerokurier – TMZ: Monitor-Frequenz und eigener Squawk · AOPA – Änderung VFR-Flüge in TMZ
