Wer im September noch einen Termin sucht, der Aviatik in entspanntem Kraichgau-Ambiente bietet: Am 12. und 13. September 2026 richtet der Flugsportring Kraichgau e.V. seinen Flugtag in Sinsheim aus. Das Gelände liegt buchstäblich direkt an der Stadt, der Flugplatz EDTK ist auf Graspiste angelegt, und das Programm ist seit Jahren der gleiche sympathische Mix aus Klassikern, Kunstflug und dem, was so ein Vereinsflugtag ausmacht – guter Stimmung.

Was am Himmel zu sehen ist

Die Flightline bietet ein breites Spektrum. Als historische Klassiker stehen Stampe SV-4, Boeing Stearman und die robuste Dornier Do 27 auf dem Plan – letztere das erste in Serie gebaute deutsche Nachkriegsflugzeug, ein Anblick, der nicht alt wird. Den Motorkunstflug bestreiten die YAK-50, -52 und -54 sowie eine Pitts S1, Doppeldecker-Akrobatik in der kompakten Form.

Segelflugkunst zeigt ein Pilatus B4 – der Schweizer Hochleistungssegler, der trotz seines Alters noch immer zeigt, was aerodynamische Effizienz bedeutet. Dazu kommen Fallschirmspringer und – das traditionelle Abendprogramm – der Heißluftballon-Aufbau ab 19 Uhr am Samstag. Das Aufglühen der Ballone zum Abendlicht ist bei den Zuschauern jedes Jahr einer der beliebtesten Momente.

Die Bundeswehr ist mit einem Hubschrauber vor Ort, ein festes Element des Programms.

Kein Großveranstaltungsapparat – bewusst

Der Flugtag Sinsheim ist kein ILA-Ableger und kein kommerziell getriebenes Airshow-Spektakel. Er läuft seit Jahren als das, was er ist: eine durch und durch ehrenamtlich organisierte Veranstaltung eines Vereins, der seinen Platz für zwei Tage aufmacht und zeigt, was man zusammen auf die Beine stellen kann. Das zieht Familien aus dem Kraichgau und flugbegeisterte Besucher aus der ganzen Region an – und genau das macht den Unterschied gegenüber großen Schauen aus.

Das Auto & Technik Museum Sinsheim, das nur wenige Kilometer entfernt liegt (mit Concorde und TU-144 auf dem Dach), ist für Besucher ohnehin ein Pflichtprogramm. Ein verlängertes Wochenende in der Region rechnet sich.

Eintritt: 5 Euro für Erwachsene, Jugendliche bis 16 Jahre kostenlos.

Für GA-Piloten: Klarer Hinweis zur Anflugsituation

Hier muss man direkt und unmissverständlich sein: Während des laufenden Flugprogramms ist der Platz für einfliegende Gastpiloten gesperrt. Das ist bei Flugtagen dieser Art üblich und sicherheitstechnisch notwendig, weil Show-Aircraft und Besucher-Traffic sich nicht mischen lassen.

Grundsätzlich ist ein Anflug auf EDTK an den Veranstaltungstagen möglich – aber nur außerhalb der Showzeiten, also zum Beispiel frühmorgens vor Programmbeginn oder nach Abschluss der Flugvorführungen. PPR ist Pflicht: Vorab-Anfrage per E-Mail über den Flugsportring Kraichgau (Kontakt über flugtag-sinsheim.de), telefonische PPR ist nicht möglich. Frequenz vor Ort: 119,985 MHz (Sinsheim Radio).

NOTAMs vor dem Abflug prüfen. An Flugtagen sind temporäre Luftraumbeschränkungen (ED-R oder Gebietssperrungen per NOTAM) über dem Platz üblich. Wer ohne aktuelles NOTAM-Briefing in die Richtung fliegt, riskiert eine unangenehme Überraschung. Für bodengebundene Besucher ist das selbstverständlich kein Thema.

Die Anreise mit der Bahn ist über Sinsheim (Elsenz) bequem möglich, der Platz liegt in Gehweite des Bahnhofs.

Im Kontext: September ist voll

Wer den September plant, findet im Fly-In-Kalender September 2026 weitere Termine – vom QuaxMeet auf der Bienenfarm bis zu den Flugtagen Pirmasens. Sinsheim am zweiten September-Wochenende ist dabei die einzige rein lokale Vereinsveranstaltung mit vollständigem Airshow-Charakter im süddeutschen Raum.

Das vollständige Programmheft für 2026 wird typischerweise einige Wochen vor der Veranstaltung auf flugtag-sinsheim.de veröffentlicht – lohnt sich, dort nochmals nachzuschauen, wenn der Termin näher rückt.


Quellen: flugtag-sinsheim.de | Flugsportring Kraichgau e.V. | aerokurier: Event-Tipp Flugtag Sinsheim