Der Tag, an dem man den Schein in der Hand hält, ist ein guter Tag. Der Tag danach ist der, an dem einem auffällt, dass man ab jetzt allein ist.

Während der Ausbildung ist man ständig von Leuten umgeben, die genau dasselbe machen: Fluglehrer, Mitschüler, jemand am Platz, der zufällig genau die Frage schon mal hatte. „Wie ist EDWG eigentlich, kann man da als Erstbesucher hin?" – das klärt sich in der Flugschule in zwei Minuten am Kaffeeautomaten. Danach nicht mehr. Und wer wie ich nicht im Verein fliegt, sondern in einer Haltergemeinschaft, bei dem geht der Austausch mit anderen Piloten ohne aktives Zutun ziemlich schnell gegen null. Man fliegt, man tankt, man fährt heim.

Was es schon gibt

Es gibt durchaus Angebote, die genau da ansetzen, und sie machen ihre Sache gut – jedes für seinen Ausschnitt. App-gestützte Plattformen sind stark bei den Platzdaten und im Cockpit sofort griffbereit. Die klassischen Foren haben über Jahre eine Tiefe an Erfahrung angesammelt, die man anderswo nicht findet – man muss nur eine Frage mitbringen, um sie zu heben. Und Members Clubs schaffen echte persönliche Verbindungen, dafür mit Beitrag und einer gewissen Eintrittsschwelle.

Was mir nie ganz gelungen ist: das alles zusammenzubringen. Platzwissen an einem Ort, Menschen an einem anderen, die eigenen Bilder an einem dritten.

CAVOK

Genau da setzt CAVOK an, eine neue Plattform von Stephan Uhrenbacher – mehrfacher Gründer mit Erfahrung im Aufbau sozialer Plattformen und selbst Privatpilot. Ich habe mich dort ziemlich sofort wohlgefühlt, und das passiert mir bei neuen Plattformen selten.

Die Basis ist eine Flugplatzdatenbank mit rund 25.000 Plätzen weltweit – Pisten, Frequenzen, Sprit, Landegebühren, PPR-Status, dazu ein direkter Link auf die offizielle Karte. Das allein wäre noch nichts Besonderes. Der Unterschied ist, was drumherum passiert: Piloten hängen ihre eigenen Fotos an den Platz und schreiben dazu, was man wissen sollte. Also genau die Dinge, die im AIP nicht stehen. Wo man den Schlüssel für die Zapfsäule bekommt. Ob der Grasplatz nach Regen wirklich noch Grasplatz ist. Ob sich der Fußweg ins Dorf lohnt.

Dazu kommt der Teil, der es zur Community macht:

  • Das eigene Flugzeug lässt sich mit Fotos vorstellen – ob Haltergemeinschaft, Verein oder Charter-Stammmaschine.
  • Die eigene Flugerfahrung und alle angeflogenen Plätze kann man mit ein paar Klicks listen, das Ergebnis ist eine persönliche Karte. Bei mir stehen aktuell 25 Plätze und sechs Muster drin, und ja, das Nachtragen der alten Flüge hat mehr Spaß gemacht als es sollte.
  • Anflugvideos und Inflight-Fotos haben endlich einen Ort, an dem sie jemanden interessieren – statt in einer allgemeinen Timeline unterzugehen.
  • Messaging und Foren fehlen auch nicht.

Für mich ist das ein Best-of aus dem, was ich bisher an verschiedenen Stellen einzeln gesucht habe. Lesen kann man alles ohne Account, für ein eigenes Profil reicht eine kostenlose Registrierung.

Was noch fehlt

Ehrlich: Das Einzige, was CAVOK gerade fehlt, sind Nutzer. Eine Community lebt nicht von Features, sondern davon, dass an dem Platz, den du nächstes Wochenende anfliegen willst, schon jemand seine zwei Sätze hinterlassen hat. Bei den großen Plätzen klappt das gut, in der Fläche ist noch viel Weiß auf der Karte.

Genau deshalb schreibe ich diesen Artikel. Wenn du es ausprobieren magst: Ich freue mich, wenn du dich über meinen Link anmeldest – dann sehen wir uns dort.

joincavok.com/pilots/mario

Und wenn du danach genau einen Platz aus deinem Logbuch mit einer Notiz versiehst, die dir selbst beim ersten Anflug geholfen hätte, hat sich die Registrierung für alle anderen schon gelohnt.


Transparenzhinweis: Der Link oben ist mein persönlicher Einladungslink. Ich bekomme dafür kein Geld und stehe in keiner geschäftlichen Beziehung zu CAVOK – ich finde die Plattform schlicht gut und hätte gerne mehr Leute darauf.