Wenn am ersten September-Wochenende die Königsdorfer Segelflieger feiern, ist das eines der schöneren Termine im oberbayerischen Kalender: zwei Tage Flugbetrieb zum Zuschauen, Kunstflug mit Segel-, Motor- und Modellflugzeugen, Formationsflug, Oldtimer, Pitts S-2, Extra 300, T-6 und T-28, dazu Rundflüge für Gäste, ein Feuerwerk mit Musik am Samstagabend und Biergartenatmosphäre. Los geht es an beiden Tagen um 10 Uhr, der Eintritt ist frei. Und wenn das Wetter nicht mitspielt, wird eine Woche später nachgeholt.
Der Ausweichtermin ist keine Floskel
12./13. September steht offiziell als Ausweichtermin fest. Das liest sich harmlos, ist aber genau die Art Detail, die man beim Planen ernst nehmen sollte: Wer die Anreise – ob mit dem Flugzeug oder dem Auto – auf das erste Wochenende legt, sollte vorher auf die Veranstalterseite schauen. Der Verein kündigt an, eine kurzfristige Verschiebung dort und per Newsletter bekanntzugeben. Bei einem Fest, das im Kern von Vorführungen und Rundflügen lebt, ist das die ehrlichere Lösung als ein Programm im Regen – aber sie funktioniert nur, wenn man am Freitag noch einmal nachsieht.
Der Punkt, den man vorher wissen muss
Jetzt der Teil, der Königsdorf von den üblichen Flugplatzfesten unterscheidet. Das Segelflugzentrum ist als Segelfluggelände zugelassen. Der Betreiberverbund schreibt das selbst unmissverständlich: Starten und landen dürfen dort nur die vor Ort stationierten Schleppflugzeuge und Reisemotorsegler; Segelflugzeuge sind von der Regelung ausgenommen. Ein spontaner Anflug mit der Vereins-C172, wie man ihn von Neumünster oder Zwickau kennt, ist hier also gerade nicht der Normalfall.
Genau deshalb hat der Veranstalter auf der Festseite einen eigenen Bereich „Infos für anfliegende Piloten" mit Anflugkarten und Briefing-Dokumenten eingerichtet – zugänglich nur nach Eingabe der Königsdorfer Frequenz, was die Zielgruppe recht elegant eingrenzt. Wer also mit dem Gedanken spielt, das Fest fliegend zu besuchen, holt sich die Unterlagen dort und nirgendwo sonst. Fremde Terminportale und Foren sind bei diesem Platz die falsche Quelle.
Was den Platz fliegerisch ausmacht
Ein Blick auf die Zahlen erklärt, warum hier nicht jeder landen soll: Die Asphaltbahn 10/28 misst 575 × 10 Meter – zehn Meter breit, das ist etwa die Hälfte dessen, was man von einem Verkehrslandeplatz gewohnt ist. Daneben liegt das Segelfluglandefeld mit 930 × 30 Metern Gras. Platzhöhe 601 m (1.968 ft), Betriebszeiten VFR von Sunrise bis Sunset, Königsdorf Info auf 127,560 MHz. Der Platz liegt rund 40 km südlich von München am Alpenrand, sechs Segelflugvereine teilen sich das Gelände, gut 80 Segelflugzeuge sind stationiert. In der Anflugbeschreibung des Vereins taucht ein Satz auf, den man sich merken kann: Segelflugzeuge fliegen die Südplatzrunde, Motormaschinen die Nordplatzrunde – Funk mithören, keine Warteschleifen, im Zweifel lieber noch eine Runde. Wie so eine Aufteilung grundsätzlich funktioniert, steht bei uns im Beitrag zur Platzrunde; die konkreten Meldepunkte und Höhen kommen aus dem Festbriefing, nicht aus einem Blogartikel.
Fazit
Königsdorf ist in erster Linie ein Ziel für Zuschauer und Segelflieger – und ein sehr gutes. Für Motorflieger, die ein klassisches Wochenend-Fly-In mit Zelt am Flügel suchen, ist Neumünster das passendere Format. Wer trotzdem anfliegen will: erst das Briefing des Veranstalters lesen, dann die NOTAM-Lage prüfen, dann entscheiden. Die Grundstruktur dafür steht in unserer Anflugbriefing-Checkliste. Weitere Termine des Monats stehen im Fly-In-Kalender September 2026.
Quellen: Flugplatzfest Königsdorf – Veranstalterseite · Segelflugzentrum Königsdorf – Flugplatzdaten · Anflug mit Propeller auf das Segelfluggelände Königsdorf (PDF) · Flugsportverein Bad Tölz – Zulassung als Segelfluggelände
Stand: 22. August 2026. Angaben ohne Gewähr – vor dem Flug immer AIP, NOTAM und die Piloteninformation des Veranstalters prüfen.