Das Ding sitzt irgendwo hinten im Rumpf, du siehst es nie, und genau deshalb vergisst man es. Der ELT (Emergency Locator Transmitter) ist die Versicherung, die du hoffentlich nie einlösen musst. Und wie bei jeder Versicherung lohnt sich ein Blick in die Police, bevor es drauf ankommt.
Was der ELT eigentlich tut
Ein ELT sendet nach einem Unfall ein Notsignal, damit die Rettungskräfte dich finden. Automatisch ausgelöst wird er durch einen Crash-Sensor, ein manueller Schalter gibt es meist zusätzlich. Wer im Cockpit weiß, wo dieser Schalter sitzt, ist klar im Vorteil, denn bei einer unvermeidlichen Notlandung kann man ihn früh von Hand einschalten (mehr zum Ablauf im Artikel Notlandung VFR).
Technisch gibt es zwei Generationen. Die alten Geräte senden analog auf 121,5 MHz. Die Satelliten hören diese Frequenz aber seit dem 1. Februar 2009 nicht mehr ab; so ein Gerät wird nur noch von jemandem gehört, der zufällig auf der Frequenz lauscht. Die modernen Geräte senden digital auf 406 MHz, das Signal ist deutlich stärker, wird über das Cospas-Sarsat-System ausgewertet und trägt eine eindeutige Kennung. Zusätzlich strahlen sie ein schwaches 121,5-MHz-Signal als Peilhilfe für die Endphase der Suche ab. Wer noch ein reines 121,5-MHz-Gerät im Flieger hat, sollte ehrlich nachrechnen, was es im Ernstfall noch bringt.
Registrierung: ohne Eintrag kein Name
Jeder 406-MHz-ELT hat einen 15-stelligen Code. Als Halter musst du ihn in Deutschland beim Luftfahrt-Bundesamt registrieren lassen, damit sich ein Notruf deinem Flugzeug zuordnen lässt. Das gilt auch bei Halterwechsel, Import oder Export, wenn der Code neu programmiert wird. Laut Verwaltungsportal kostet die Neuregistrierung 50 Euro, eine Änderung 25 Euro; die Bearbeitung dauert in der Regel ein bis fünf Werktage.
Der praktische Teil: Gib mindestens zwei Notfallkontakte an, das Portal empfiehlt das ausdrücklich. Wenn dein Gerät nachts im Hangar anschlägt, will die Rettungsleitstelle jemanden anrufen können, der in zwei Minuten sagt: “Die Maschine steht doch im Hangar.” Ohne Eintrag läuft dagegen ein ganzer Rettungseinsatz an, und bei einem echten Unfall verlierst du Zeit mit der Suche nach dem Halter.
Wartung und Batterie
Das LBA hat am 26. Januar 2026 darauf hingewiesen, dass ein ELT, der nicht als tragbarer Personal Locator Beacon mitgeführt wird, sondern Teil des Luftfahrzeugs ist, nach der Verordnung (EU) Nr. 1321/2014 instand gehalten werden muss. Die konkreten Intervalle stehen im Wartungsprogramm deines Flugzeugs und in den Herstellerunterlagen, nicht in diesem Artikel. Frag deinen Prüfer oder Betrieb, wo das bei euch drinsteht.
Als Orientierung, wie so etwas international gehandhabt wird, taugen die Vorgaben aus den USA: Die Batterie wird dort getauscht, wenn das Gerät insgesamt länger als eine Stunde in Betrieb war oder die Hälfte der nutzbaren Lebensdauer abgelaufen ist. Das Ablaufdatum steht außen am Gerät und im Logbuch. Dazu kommt eine jährliche Inspektion. Die australische Behörde CASA nennt als häufigste Ausfallursachen bei Unfällen leere oder abgelaufene Batterien, ausgelaufene Batterien mit korrodierten Kontakten, falsche Batterietypen, beschädigte oder abgerissene Antennen, einen nicht scharfgeschalteten ELT und ein auf dem Kopf liegendes Wrack, das die Antenne abschirmt. Laut der australischen Unfalluntersuchung funktionieren ELTs nur bei etwa 40 bis 60 Prozent der Unfälle, in denen sie ansprechen sollten. Das ist keine deutsche Statistik, aber ein guter Grund, den Notsender nicht zu verdrängen.
Bei Batteriewechseln gilt: nur die vom Hersteller vorgeschriebenen Typen verwenden, Gehäuse sauber schließen, Schrauben nicht überdrehen. Wenn du beim Vorflug-Check am ELT-Fach vorbeikommst: Schalter auf “Armed”, Antennenkabel dran, keine Spur von Batterieflüssigkeit.
Fehlalarme vermeiden
Fehlalarme entstehen meist durch harte Landungen, Wartungsarbeiten, Putzaktionen und beim Verladen oder Transport des Geräts. Testen darfst du den ELT nicht einfach so: Die Selbsttestfunktion der 406-MHz-Geräte sendet nur einen kurzen Burst, den das Satellitensystem nicht verarbeitet; alles darüber hinaus sollte der Wartungsbetrieb nach Herstellervorgaben machen. Hörst du auf 121,5 MHz ein verdächtiges Heulen, schalte den eigenen ELT im Flieger aus und prüfe, ob er die Quelle ist. Meldung an die nächste Flugverkehrsdienststelle, wenn nicht (Funkverfahren im Notfall).
Kurz-Checkliste für Halter
- Gerätetyp: 406 MHz oder noch ein Altgerät?
- Registrierung beim LBA aktuell, zwei Notfallkontakte hinterlegt?
- Batterie-Ablaufdatum im Logbuch und außen am Gerät?
- Vorflug: Schalter “Armed”, Antenne und Kabel in Ordnung?
- Im Zweifel: Wartungsprogramm und Hersteller fragen, nicht raten.
Mehr zur Vorbereitung vor dem Abflug findest du in der VFR-Flugvorbereitung; zur Ortungstechnik am Flugzeug gehört auch der Artikel zum Support-Ende der Classic-FLARM.
Quellen:
- Luftfahrt-Bundesamt, Hinweis zur Instandhaltung von ELT (26.01.2026)
- Verwaltungsportal des Bundes, Registrierung von 406-MHz-ELT-Notsendern
- CASA, ELT installation and maintenance (AWB 02-002)
- CFI Notebook, Emergency Locator Transmitter
